Verkehrsminister Ramsauer kritisiert Fluglotsen und S-21-Schlichter Geißler
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat mit Unverständnis auf die erneute Streikdrohung der Fluglotsen reagiert. "Niemand bestreitet, dass Fluglotsen einen verantwortungsvollen Beruf haben", sagte Ramsauer dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Dafür werden Sie aber auch gut entlohnt - mit Jahresgehältern um 120.000 Euro bei 25 Stunden Wochenarbeitszeit und 40 bis 50 Urlaubs- und Kurtagen.
Das müssen sie den Familien, die sich ihren Urlaub mühsam zusammengespart haben und dann womöglich wegen eines Streiks am Flughafen festsitzen, erst mal erklären", so Ramsauer weiter. "Ich habe wie diese Menschen kein Verständnis für Streiks in der Ferienzeit." Der Tarifkonflikt müsse am Verhandlungstisch gelöst werden, sagte Ramsauer weiter.
"Bei allem Verständnis im Einzelfall: Wenn jeder Teil einer Industriegesellschaft nur noch für sich selbst streitet, zerbröselt der gesellschaftliche Kitt." Im Streit um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 erklärte Ramsauer die Schlichtung für beendet. Scharfe Kritik übte er an Schlichter Heiner Geißler für dessen in letzter Minute vorgebrachten Kompromissvorschlag und die Verwendung des Goebbels-Zitats zur Beschreibung des Konflikts in Stuttgart. "Jetzt ist genug geschlichtet. Die zweite Nachspielzeit ist abgelaufen, das Spiel entschieden, da können Herr Geißler und die Gegner des Bahnhofs nicht noch einmal die Regeln ändern", sagte Ramsauer. "Der Vorschlag eines kombinierten Tief- und Kopfbahnhofs ist uralt und längst verworfen." Ramsauer kritisierte, dass der CDU-Politiker Geißler das Goebbels-Zitat vom "totalen Krieg" gebrauchte, um die Situation in Stuttgart zu beschreiben. "Mich hat's schon gerissen, als ich das gehört habe." Zwar müsse man Respekt vor der Leistung des 81-jährigen bei der Schlichtung haben, so Ramsauer. "Durch die Wortwahl und den späten Vorschlag, der von allen zerrupft wurde, hat Heiner Geißler es leider fertig gebracht, seine gute Leistung wieder einzureißen. Das hat er nicht verdient, er hat es aber selbst verursacht."