Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt wegen Untreue gegen ehemaligen Quelle-Geschäftsführer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt wegen Untreue gegen ehemaligen Quelle-Geschäftsführer

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Nürnberger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Geschäftsführer des insolventen Versandhandelskonzerns Quelle wegen des Verdachts der Untreue. Der Manager soll sich über die Schweizer Tochterfirma des Unternehmens rechtswidrig Bonuszahlungen und Honorare in Höhe von fast 200.000 Euro genehmigt haben – zu einem Zeitpunkt, als der Fürther Konzern schon insolvent war. Der Mann hatte als Präsident des Verwaltungsrats der Quelle Schweiz sich und seinen beiden Verwaltungsratskollegen beispielsweise am 5. November 2009 ein Zusatzhonorar von 100.000 Schweizer Franken gegönnt. Begründet wurde das laut Sitzungsprotokoll mit der Suche nach Investoren, die "24-stündige Einsätze dauerhaft" ab verlange. Darüber hinaus soll es weitere Zahlungen aus der Schweiz an den Geschäftsführer gegeben haben, ohne dass der Quelle-Insolvenzverwalter diese genehmigt hätte. Der will erst im März 2010 von den Aktionen erfahren haben. Der Anwalt des Managers be streitet rechtswidrige Handlungen: "Die Schweizer Verträge sahen Bonus zahlungen für meinen Mandanten vor. Diese Verträge waren unabhängig von der Insolvenz der Muttergesellschaft." KarstadtQuelle- Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hat den Ex-Manager auf Schadensersatz verklagt.