Foltervorwürfe gegen Marokko im Falle eines mutmaßlichen Terroristen mit deutscher Staatsbürgerschaft - DER SPIEGEL
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Foltervorwürfe gegen Marokko im Falle eines mutmaßlichen Terroristen mit deutscher Staatsbürgerschaft

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Die Bundesregierung hat Marokko aufgefordert, Mohamed Hajib, einen Mann mit marokkanischer und deutscher Staatsbürgerschaft, nicht zu foltern. Bei einem Besuch am 8. Juni hatte Hajib, 30, einer deutschen Konsularbeamtin berichtet, dass er vom Gefängnispersonal körperlich misshandelt worden sei. In einem Schreiben vom 2. August an den deutschen Anwalt von Hajib, Friedrich O. Koch, teilte das Auswärtige Amt mit, dass man den Foltervorwurf "sehr ernst" nehme. Sieben mal hätten Konsularbeamte den gebürtigen Marokkaner im Gefängnis besucht. Hajib lebte von 2000 bis 2009 in Deutschland und nahm in dieser Zeit die deutsche Staatsbürgerschaft an. Er wurde in Marokko wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das Gericht beruft sich auf ein angebliches Geständnis, in dem der Beschuldigte eingeräumt habe, im Sommer 2009 ein paramilitärisches Camp in Pakistan besucht zu haben, um später gegen die amerikanische und afghanische Armee zu kämpfen. Hajib behauptet, dass die Aussagen gefälscht seien und die Polizei ihn zur Unterschrift gezwungen habe. Er ist einer von mindestens elf deutschen Staatsangehörigen, die derzeit wegen "terroristischer Delikte" in anderen Ländern inhaftiert sind. In einem Schreiben an den Linken-Abgeordneten Wolfgang NeŠkovi teilte die Bundesregierung mit, dass noch je ein Deutscher in Frankreich, Palästina, den USA und im Jemen, Libanon und Kosovo in haftiert seien. Je zwei Deutsche säßen in Syrien und der Türkei im Gefängnis.