Karstadt-Aufsichtsräte fühlen sich drangsaliert - DER SPIEGEL
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Karstadt-Aufsichtsräte fühlen sich drangsaliert

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der rigide Umgang der neuen Karstadt-Eigner mit der Öffentlichkeit sorgt für Ärger im Aufsichtsrat. Anlass ist das Protokoll der Sitzung des Kontrollgremiums von Anfang Juli. Bei dem Treffen hatte Karstadt-Chef Andrew Jennings seine Strategie vorgestellt – die dazugehörige Präsentation findet sich aber nicht im Protokoll. "Das ist ungewöhnlich und zeigt das Misstrauen von Geschäftsführung und Aufsichtsratsvorsitz gegenüber dem eigenen Kontrollgremium", sagt ein Aufsichtsrat. In der Sitzung kritisierten verschiedene Aufsichtsräte den "katastrophalen Umgang" mit den Medien. "Die Geschäftsführung hat ein gespaltenes Verhältnis zur Presse", so ein anderer Aufsichtsrat, "wir werden immer wieder aufgefordert, einfach die Klappe zu halten." Bereits Ende Mai hatte Jennings in einem internen Schreiben kritisiert, dass "bisweilen Informationen unter Umgehung der geeigneten Kanäle ihren Weg zu den Medien fanden" und mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht. Die Warenhauskette des insolventen Arcandor- Konzerns wurde zum 1. Oktober 2010 von dem deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen übernommen, kulturelle Unterschiede sorgen seither immer wieder für Spannungen.