9/11-Verdächtiger Bahaji heute in wichtiger Funktion bei al-Qaida aktiv
Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ist einer der letzten noch flüchtigen Mitverschwörer, der Hamburger Said Bahaji, heute offenbar in einer wichtigen Funktion für die Terrororganisation al-Qaida aktiv. Nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer Szene-Aussteiger arbeitet Bahaji mittlerweile für al-Qaidas Medienabteilung al-Sahab, die die Propagandavideos der Organisation erstellt. Bahaji sei als Sprecher und Verantwortlicher für die Technik tätig, berichteten die im vergangenen Jahr am Hindukusch festgenommenen Hamburger Islamisten Rami Makanesi und Ahmad Sidiqi. "Er liest die Sachen auf Arabisch vor", sagte Makanesi dem Bundeskriminalamt (BKA). Bahaji sei "einer, der respektiert wird, weil er so lange dabei ist" und schon bei der Bombardierung Afghanistans Ende 2001 gegen die Amerikaner gekämpft habe. Während der Kämpfe sei er am Bein verletzt worden und hinke seitdem. Sidiqi und Makanesi trafen Bahaji nach eigenen Angaben im Mai 2010 in einem Ort namens Mir Ali im Norden Pakistans. Die Aussagen liefern den Zielfahndern des BKA neue Erkenntnisse über Bahajis Leben im Untergrund. So sei er mittlerweile mit einer Spanierin liiert und habe mehrere Kinder. Bahaji hatte in Hamburg zusammen mit den späteren Todespiloten Mohammed Atta und Marwan al-Shehhi in der berüchtigten Wohngemeinschaft Marienstraße 54 gelebt. Er war acht Tage vor den Anschlägen im September 2001 in Pakistan untergetaucht.