Nachrufe von Olli Dittrich und Hape Kerkeling auf Loriot - DER SPIEGEL
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Nachrufe von Olli Dittrich und Hape Kerkeling auf Loriot

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In einem Gastbeitrag für den SPIEGEL lobt TV-Entertainer Hape Kerkeling den "liebenswürdigen, menschenfreundlichen, klugen, gebildeten und edlen Preußen" Loriot: "Für unsere Nation war er so etwas wie ein heimlicher Bundespräsident. Hätte er jemals tatsächlich zur Wahl gestanden, er wäre vollkommen zu Recht im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt worden", so Kerkeling, der sich direkt nach der Todesnachricht seinen Loriot-Lieblingssketch ansah – die berühmte "Zimmerverwüstung". Kerkeling: "Selbst an seinem Todestag musste ich laut und herzhaft darüber lachen. Das Bild hängt schief! Kein anderer Sketch beschreibt uns Deutsche besser. Er ist eine Zustandsbeschreibung dieser unserer Bundesrepublik."

Und auch der zweite große Loriot-"Schüler" der Bundesrepublik, Olli Dittrich, meldete sich im SPIEGEL erstmals zu Wort: "Ich habe Loriots Genauigkeit bewundert. Diese Aufrichtigkeit, mit der er uns Dinge näherbrachte und dabei immer den richtigen Ton traf. Einerseits hat er in jeder Ära den jeweiligen Zeitgeist klug repräsentiert, andererseits eine große Allgemeingültigkeit erreicht in allem, was er tat", so Dittrich, der auch Loriots Alterungsprozess der vergangenen Jahre miterlebte: "Er litt darunter, dass er glaubte, seinen eigenen Maßstäben in puncto Sorgfalt oder Präzision nicht mehr gerecht zu werden." Noch zu seinem 85. Geburtstag hatte Loriot einen Gastauftritt in Dittrichs "Dittsche"-Imbiss geplant. Als sich das Projekt allerdings ARD-intern immer weiter auswuchs, habe er sich mit Loriot darauf geeinigt: "Wir lassen es bleiben."

Die Familie des am Montag verstorbenen Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot plant eine öffentliche Trauerfeier, allerdings erst nach der Beisetzung, die im kleinsten Kreis stattfinden soll. Der Zürcher Diogenes Verlag, Loriots jahrzehntelange Verlagsheimat, will das Erscheinen eines Bandes mit Loriot-Interviews aus Anlass des Todes vorziehen. Das Buch soll statt im November nun bereits Mitte September auf den Markt kommen.