Bankenaufsicht rügt Warburg wegen Abacha-Geldern
Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) hat nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL schon im Jahr 1998 gegen die Zürcher Tochter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg ermittelt. Im Zentrum standen 300 Millionen Mark, die von der MAN-Tochter Ferrostaal auf Konten der Familie des nigerianischen Ex-Diktators Sani Abacha gezahlt wurden. In dem Bericht "Vermögenswerte aus Korruption" hielt die EBK fest, dass Warburg gegen die "schweizerischen Anforderungen an die Gewähr für eine einwandfreie Geschäftsführung" verstoßen habe.
In der Folge zog die Hamburger Konzernzentrale den Verwaltungsratspräsidenten der Zürcher Tochter, Jürgen Förster, aus der Schweiz ab. Der Vizepräsident und der Generaldirektor räumten ebenfalls ihre Posten. Jetzt muss Förster auch als Geschäftsführer der Luxemburger Tochter von M.M. Warburg zurücktreten. Dort sperrten die Behörden vor wenigen Wochen Vermögen des Abacha-Clans in Höhe von 1,31 Milliarden Mark.