Präsidentin von Lettland besteht auf Nato-Mitgliedschaft - DER SPIEGEL
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Präsidentin von Lettland besteht auf Nato-Mitgliedschaft

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die lettische Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga rechnet fest damit, dass ihr Land in die Nato aufgenommen wird. Nur dann könnte sich der baltische Kleinstaat ähnlich sicher fühlen "wie Deutschland und Frankreich", sagte Vike-Freiberga in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.

Westliche Bedenken, ein solcher Schritt könne den Nachbarn Russland provozieren, wischt die erst 1998 aus dem kanadischen Exil zurückgekehrte Politikerin beiseite: "Ich sehe nicht ein, dass wir hier mit zweierlei Maß messen sollen." Schließlich hätten ihre Landsleute noch immer Misstrauen gegenüber den einstigen Besatzern, und sie kann sich sogar eine Rückeroberung Lettlands durch Moskau vorstellen: "Russland ist äußerst unberechenbar. Das Land ist nicht sehr stabil, seine Verankerung als Demokratie ist eher fragwürdig."

Auch für die Angst vieler Westeuropäer vor den kriminellen Begleiterscheinungen einer Erweiterung der Europäischen Union nach Osten hat die einstige Psychologin Vike-Freiberga kein Verständnis: "Viele Letten fürchten, dass das organisierte Verbrechen aus dem Westen anrückt."