HSH-Geheimbericht: Detektive auf Journalisten angesetzt - DER SPIEGEL
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HSH-Geheimbericht: Detektive auf Journalisten angesetzt

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Die Detektivfirma Prevent hat offenbar über Monate Redaktionen überwacht und Journalisten ausgeforscht. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einem streng vertraulichen Bericht hervor, den die Anwaltskanzlei WilmerHale Mitte Oktober 2010 dem Aufsichtsrat der zu 83,3 Prozent den Ländern Hamburg und Schleswig- Holstein gehörenden Bank vorgelegt hat. Der in englischer Sprache verfasste Report, zu dem es eine deutsche Zusammenfassung gibt, befasst sich mit den Umständen der Entlassung des ehemaligen ITVorstands der HSH. Frank Roth war im April 2009 gefeuert worden, weil er angeblich interne Dokumente an die Presse durchgesteckt hatte – ein Vorwurf, den die Bank mittlerweile mit Bedauern zurückgenommen hat. WilmerHale zufolge beauftragten der ehemalige HSH-Vorstandsvorsitzende Dirk Jens Nonnenmacher und der im März entlassene Chefjustitiar Wolfgang Gößmann Prevent im Januar 2009, "in Medienkreisen zu ermitteln", wie vertrauliche Informationen aus der Bank an Journalisten hatten gelangen können. Die Schnüffelaktion, so WilmerHale, lief in der Bank unter dem Codenamen "Haubarg", dauerte von Fe bruar bis November 2009 und kostete "mehr als 640.000 Euro". Worum genau es bei "Haubarg" ging, ist im auf Englisch verfassten Hauptteil des Berichts nachzulesen. Prevent habe Redaktionen deutscher Zeitungen überwacht ("had monitored editorial offices of German newspapers") und in der deutschen Presseszene ermittelt ("investigated the German press scene"). Die neue Führung der HSH Nordbank bezeichnete "die Vorkommnisse im Zusammenhang mit Prevent" als "sehr bedauerlich". Aus Sicht der Bank sei es "unbefriedigend, dass trotz intensiver Aufklärungsarbeit einige Fragen bis heute ungeklärt blieben". Für Klarheit müsse nun die Staatsanwaltschaft sorgen. Gößmann, gegen den die Staatsanwaltschaft Kiel wegen des Verdachts ermittelt, im Fall Roth falsche Spuren gelegt zu haben, ließ über seinen Anwalt alle Vorwürfe zurückweisen. Der "Haubarg"-Auftrag habe nicht die Bespitzelung von Journalisten umfasst. Prevent habe ausschließlich "den Kontakt zu Journalisten suchen und durch Gespräche herausfinden" sollen, "von wem geheimhaltungspflichtige Informationen aus der HSH Nordbank herausgegeben wurden". Diesen Auftrag habe auch nicht Gößmann, sondern Nonnenmacher erteilt.