Metro-Chef Cordes verliert Rückendeckung von Großaktionär
Metro-Chef Eckhard Cordes kann sich kaum noch Hoffnung auf die Verlängerung seines Vertrages machen: Auch Großaktionär Haniel soll sich nun klar gegen den amtierenden Vorstandschef des Düsseldorfer Handelskonzerns ausgesprochen haben, wie aus Kreisen der Aktionärsfamilie verlautete. Danach habe deren Vertreter Franz M. Haniel Cordes in einem persönlichen Gespräch klargemacht, dass er bei der anstehenden Vertragsverlängerung "nicht mit Unterstützung" rechnen könne. Man habe Cordes nahegelegt, noch im September eine Entscheidung zu treffen und von sich aus auf den Vorstandsposten zu verzichten. Damit wolle man dem bisherigen Metro-Chef einen einigermaßen würdigen Abgang ermöglichen. Die Metro dementiert das allerdings: Cordes habe nach wie vor den Rückhalt der Familie und sei willens, um die Vertragsverlängerung zu kämpfen. Es gebe keinen Gedanken an vorzeitiges Aufgeben. Der Metro-Chef ist seit Wochen nicht nur wegen schlechter Geschäftszahlen unter Druck, sondern auch wegen des Krachs mit dem Altgesellschafter der Metro-Tochter Media-Saturn. Dass zuletzt Pöbeleien des Managers gegen eigene Aufsichtsräte bekannt wurden, hat bei der als öffentlichkeitsscheu geltenden Haniel-Familie für weitere Verstimmung gesorgt. Sollte Cordes auf eine Verlängerung verzichten, rechnet niemand damit, dass er seinen Vertrag noch bis Herbst 2012 erfüllt.