Neues Belastungsmaterial in HSH-Kinderporno-Affäre
Seit mehr als einem Jahr ermittelt die New Yorker Staatsanwaltschaft in der Kinderporno- Affäre der HSH Nordbank. Dabei gehen die Ermittler dem Verdacht nach, dass dem Leiter der HSH-Filiale in New York pornografische Bilder von Kindern untergeschoben wurden - offenbar um ihn leichter feuern zu können. In den Akten der Staatsanwaltschaft, die gegen Mitarbeiter der Bank und ihrer Ex- Sicherheitsfirma Prevent ermittelt, findet sich die Aussage des Privatdetektivs Gil Alba, der am 17. September 2009 bei der Razzia im Büro des HSH-Managers dabei war. Demnach traf sich Alba zwei Tage vorher mit Prevent-Vorstand Peter Wiedemann in einem New Yorker Restaurant. Schon bei dieser Gelegenheit habe Wiedemann ihm gesagt, "dass es einen Fall mit Kinderpornografie gibt". Am nächsten Tag will Alba, auf Bitten Wiedemanns, die New Yorker Polizei und das FBI angerufen haben, um zu klären, was man in einem solchen Fall tun könne. In der Bank war die Razzia damit begründet worden, man suche Belege für Spesenbetrug und ähnliche Vergehen. Bei der Durchsuchungsaktion war ein HSH-Rollkommando im Computer des Filialleiters auf Links gestoßen, die zu Kinderpornos führten. Die Staatsanwaltschaft New York geht davon aus, dass das Material gezielt platziert wurde, um den Manager zu diskreditieren. Auf eine SPIEGEL-Anfrage, warum er zwei Tage vor der Razzia Alba gegenüber schon sagen konnte, dass dies ein Kinderporno-Fall sei, antwortete Wiedemann, die von Alba ihm zugeschriebenen Worte seien "so nie gefallen".