CIA-Lauschangriff enttarnt NS-Verbrecher als BND-Agent - DER SPIEGEL
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CIA-Lauschangriff enttarnt NS-Verbrecher als BND-Agent

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Der Bundesnachrichtendienst hat 1962 Franz Rademacher, den sogenannten Judenreferenten des Auswärtigen Amtes, als Agenten in Syrien angeheuert. Das geht aus Unterlagen der CIA hervor, die BND-Mitarbeiter abgehört hat. Rademacher hatte an der Deportation von Juden aus Westeuropa in die Vernichtungslager mitgewirkt und war 1952 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er konnte sich aber nach Damaskus absetzen. Zeitweise erwog er, sich den deutschen Behörden zu stellen, und BND-Mitarbeiter überlegten, ihn eine Geschichte des Holocaust schreiben zu lassen, um ihn auf diese Weise in Damaskus zu binden. 1963 nahmen ihn die Syrer fest, ließen ihn aber später wieder frei.

Rademacher war im Herbst 2010 einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Eine Historikerkommission zur Geschichte des Auswärtigen Amtes in der NS-Zeit und in den Nachkriegsjahrzehnten hatte eine Reisekostenabrechnung von ihm prominent präsentiert. Als Grund für eine Reise auf den Balkan hatte Rademacher 1941 angegeben: "Liquidation von Juden in Belgrad."