Staatsanwalt ermittelt gegen Sohn von Beate Uhse
Die Affäre um die Flensburger Sparkasse und den früheren Aufsichtsratschef und Ex-Großaktionär der Beate Uhse AG, Richard Orthmann, hat größere Dimensionen, als bislang bekannt. Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL auch gegen den Sohn der vor zehn Jahren verstorbenen Erotik-Unternehmerin, Ulrich Rotermund. Das geht aus einem Durch suchungsbeschluss hervor. Die beiden früheren Geschäftspartner, die sich auf Anfrage zu den konkreten Vorwürfen nicht äußerten, sollen demnach mit dem früheren Chef der Flensburger Sparkasse Frerich Eilts zwielichtige Geschäfte mit Erotikaktien betrieben haben.
Denn mit dem sinkenden Aktienkurs der Beate Uhse AG bekamen auch Orthmann und Rotermund ernste Probleme. Sie hatten für etliche Kredite Uhse-Aktien verpfändet. Mehrere Banken machten seit 2005 deswegen Druck und forderten neue Sicherheiten.
Sparkassenchef Eilts und Orthmann sollen laut SPIEGEL-Informationen seit 2005 an Lösungen gebastelt haben, um die Kreditbestände zu retten. Der Staatsanwaltschaft zufolge, die sich ansonsten nicht äußert, sollen von Orthmann kontrollierte "Stroh firmen" aufgebaut worden sein. An diese soll Eilts' Institut 45 Millionen Euro Kredit gegeben haben.
Den Akten zufolge sollen die neuen Partner mit dem frischen Geld schlicht Firmen, an denen Orthmann und Rotermund beteiligt waren, riesige Aktienpakete abgekauft oder Forderungen von anderen Banken beglichen haben. Hätten entnervte Gläubiger verpfändete Uhse-Aktien auf den Markt geworfen, wäre sonst wohl der endgültige Kurs-Knockout die Folge gewesen.
Eilts erklärt zu den Geschäften mit Orthmann und Rotermund, er habe "stets nach bestem Wissen und Gewissen ausschließlich die Interessen der Flensburger Sparkasse vertreten".