Britischer Militärfachmann warnt vor den Folgen der amerikanischen Raketenabwehr - DER SPIEGEL
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Britischer Militärfachmann warnt vor den Folgen der amerikanischen Raketenabwehr

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"Amerikas Angst vor China" ist nach Meinung des britischen Verteidigungsexperten Jonathan Eyal der wahre Grund für Washingtons Raketenabwehrpläne. Den Gedanken, irgendwelche Schurkenstaaten könnten die Supermacht Amerika mit Fernraketen angreifen, hält der wissenschaftliche Direktor des Londoner Royal United Services Institute für "völlig unsinnig". Weil der wahre Hintergrund der US-Strategie verschwiegen werden soll, "tischen die Amerikaner uns diese billigen und zum Teil wirklich dummen Argumente auf, die für jeden Militärstrategen einfach lächerlich klingen", klagte Eyal in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.

Das Pentagon gebe heute mehr Geld für Waffen aus als zu Hochzeiten des Kalten Krieges, meinte der Wissenschaftler. Obwohl die technische Realisierbarkeit einer Raketenverteidigung noch keineswegs erwiesen sei, hätten schon die Pläne dafür vor allem in Asien einen Rüstungswettlauf in Gang gesetzt, der die ganze krisengeschüttelte Region zusätzlich destabilisieren und sogar in einem Atomkrieg enden könne, warnte der britische Experte. (DER SPIEGEL 23/00, Seite 164)