Festspielchef Wagner über Mobbing in Bayreuth - DER SPIEGEL
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Festspielchef Wagner über Mobbing in Bayreuth

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Kurz vor dem Entscheid über die künftige Bayreuther Festspielleitung, der diese Woche erwartet wird, hat der amtierende Festspielchef Wolfgang Wagner seine Kritik an dem Wahlverfahren bekräftigt und zugleich zwei Bewerberinnen aus seiner Familie die Eignung abgesprochen. Die Indiskretionen aus dem Beratergremium, sagte der Komponisten-Enkel dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, wollten offenbar bezwecken, seine kandidierende Ehefrau Gudrun "schon im Prozess der Meinungsbildung gezielt heraus zu mobben." Dahinter vermute er Interessenten, "die aus subjektiven Gründen und langjährigen Protektionsinteressen" eine Aspirantin ihrer Wahl durchsetzen wollten, "um so auf die Festspiele in jeder Hinsicht erheblichen Einfluss zu nehmen."

Er selbst habe den zuständigen Stiftungsrat "zu keinem Zeitpunkt im Unklaren gelassen", vertragsgetreu im Amt zu bleiben, "sofern ein nach meiner Einschätzung ungeeigneter Nachfolger bestimmt" werde. Bei Eva Wagner-Pasquier, seiner Tochter aus erster Ehe, könne er "sowohl aus ihrem eingereichten Konzept als auch aus ihren Anhörungen beim besten Willen keine Eignung erkennen"; die Pläne seiner Nichte Nike Wagner stünden zur Festspielidee "konträr", seien "unrealistisch und unrealisierbar." (DER SPIEGEL 23/00, Seite 198)