Auswechslung des Staatsanwalts im Korruptionsprozess gegen Telekom- und VW-Manager beantragt
Das Verhältnis von Telekom-Chef René Obermann und VW-Boss Martin Winterkorn sei schwer belastet, sagen Vertraute der beiden Konzernchefs. Grund dafür ist ein Korruptionsprozess: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen aktive und ehemalige Manager beider Konzerne erhoben. VW soll von einer Telekom-Tochter als Gegenleistung für Aufträge Sponsorleistungen für den werkseigenen Fußballverein VfL Wolfsburg gefordert haben. In Wolfsburg hat man kein Verständnis dafür, dass die Telekom den Fall zur Anzeige gebracht hatte, zumal nun immer mehr Details ans Licht kommen. So soll der bei der Telekom für Wirtschaftsstrafrecht zuständige Hans-Lucas Bauer erfolglos versucht haben, die Strafanzeige bei mehreren Staatsanwaltschaften zu platzieren, bevor sie schließlich in Stuttgart angenommen wurde. Ausgerechnet dort hatte Bauer bis 2006 selbst als Staatsanwalt gearbeitet. Das sei ein klarer Fall von Parteilichkeit, so Björn Gercke, Anwalt eines inzwischen entlassenen Telekom-Managers. Gercke hat daher die Auswechslung des Staatsanwalts beantragt. Staatsanwaltschaft und Telekom weisen die Vorwürfe als "haltlos" zurück.