Giftluft in Flugzeugkabinen
Wegen giftiger Öldämpfe in der Kabinenluft geraten die deutschen Airlines unter Druck. Auf einem Air-Berlin-Flug am 25. September von New York nach Berlin trat bei Start und Landung Rauch aus der Lüftung, in dem das Nervengift TCP enthalten war. In einem internen Memo klagte ein Pilot über "leichte Schwindelgefühle, leichte Taubheit in den Fingerspitzen" sowie "ein eigenartiges Gefühl, das ich am ehesten mit einem seltsamen Echo beschreiben könnte". Ein Steward musste zwei Tage im Krankenhaus behandelt werden. Air Berlin erklärt, die Crew sei "jederzeit voll handlungsfähig gewesen". Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung kritisiert, "nicht unverzüglich" informiert worden zu sein. Die Personalvertretung von Condor unterrichtete in diesem Monat die Mitarbeiter, das Unternehmen habe eingestanden, bei Untersuchungen der Medizinischen Hochschule Hannover sei "selbst unter Normalbedingungen TCP in unserer Kabinenluft nachgewiesen" worden. Das Nervengift ist im Öl der Triebwerke enthalten, aus denen in Linienjets die Kabinenluft abgezapft wird. Ein Condor-Sprecher sagte, dass zurzeit in den Flugzeugen gemessen werde. Der Grünen-Abgeordnete Markus Tressel hat jetzt einen Antrag im Parlament eingebracht, um TCP-haltiges Öl zu verbieten.