Ai Weiwei über die ihm vom Regime auferlegte Steuernachzahlung in Millionenhöhe - DER SPIEGEL
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Ai Weiwei über die ihm vom Regime auferlegte Steuernachzahlung in Millionenhöhe

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im chinesischen Internet formiert sich Unterstützung für den regimekritischen Künstler Ai Weiwei. Nachdem die Behörden vergangene Woche von Ai eine Steuernachzahlung von rund 1,7 Millionen Euro gefordert hatten, überweisen User der Mikroblog-Seite Sina Weibo jetzt Geld für ihn. Ai selbst sagte gegenüber dem SPIEGEL: "Es heißt immer, dass die Leute sich nicht beteiligen oder ihre Stimme erheben. Aber das ist nicht wahr. Sie wissen oft nur nicht, wie sie es tun können." Er sei "sehr aufgeregt", denn jetzt hätten seine Unterstützer einen Weg gefunden. "Hoffe, unsere kleine Anstrengung verhilft dir zu einem großen Sieg", schrieb einer und gab 1000 Yuan (114 Euro). "Jahrelang habe ich Geld für streunende Tiere gespendet, du bist der einzige Mensch, der es bekommt", schrieb ein anderer. Ai ließ wissen, dass man später alles zurückzahlen wolle. Mal sind es 152, mal 1512 Yuan, die Ais Fans überweisen, den Beleg stellen sie gleich mit ins Internet. Das sei wirklich beschämend für den Staat, sagt Ai. "Ich hoffe, die sehen sich das an. Die wollten meinen Ruf ruinieren. Aber die Menschen wissen, wer hier der Kriminelle ist. Sie wissen, wer da trickst." Er habe jetzt vor, das Haus seiner Mutter als Pfand zu benutzen und vor Gericht zu ziehen. Ai glaubt, dass die Behörden sich auch für seinen Artikel im Magazin "Newsweek" rächen wollen. Man habe ihm gedroht, dass er beim nächsten Mal nicht mehr so glimpflich davonkomme. Der Wunsch einer seiner Blogger-Fans lautet: "Bitte iss gut und schlaf gut. Lass dich von denen nicht dünn machen."