Grüne wollen "Frauenschranke" bei Bundestagswahlen einführen - DER SPIEGEL
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Grüne wollen "Frauenschranke" bei Bundestagswahlen einführen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Auf Druck der Parteibasis werden die Grünen voraussichtlich eine formale Hürde für männliche Spitzenkandidaten bei Bundestagswahlen errichten. Wenn Männer wie Fraktionschef Jürgen Trittin oder der Parteivorsitzende Cem Özdemir als alleinige Spitzenleute für die Bundestagswahl kandidieren wollen, müssten die Frauen in der Partei das genehmigen. Das sieht ein Antrag des Berliner Grünen Felix Pahl vor, den wichtige Frauenpolitikerinnen in der Partei unterstützen; auch der Bundesvorstand bezeichnet den Vorschlag als "gut und richtig". Offen wird in dem Antrag gelassen, auf welche Weise die Frauen eine Schranke gegen männliche Alleingänge errichten können – etwa per Votum der weiblichen Delegierten eines Parteitags. Der Antrag für den Bundesparteitag Ende November in Kiel würde eine neue Vorschrift zur Urwahl von Spitzenkandidaten in der Satzung ergänzen. Bisher sehen die Statuten vor, dass Wahllisten paritätisch mit Frauen und Männern besetzt werden – und zwar mit einer Frau an der Spitze.