Ökonomen warnen vor Angriff auf Unabhängigkeit der EZB
Führende deutsche Ökonomen und Bankenvertreter haben davor gewarnt, für die Euro- Rettung die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank zu opfern. "Vom Einsatz der Währungsreserven bis zum Anwerfen der Notenpresse zur Finanzierung der Staatsschulden ist es dann nur noch ein kleiner Schritt", warnte Andreas Schmitz, Präsident des deutschen Bankenverbandes. Das Verbot der Staatsfinanzierung sei ein hohes Gut, das nicht aufs Spiel gesetzt werden dürfe. Die Kritik richtet sich gegen den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB sowie Pläne, auch nationale Währungsreserven für die Euro-Rettung einzusetzen. Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, rät von "unbegrenzten Staatsanleihekäufen dringend ab". Wenn ein Land seinen Haushalt nicht saniere, sagte er, sollte man die Märkte sprechen lassen. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, sagte, durch unbegrenzte Anleihekäufe werde dauerhaft Vermögen von Nord- nach Südeuropa transferiert, "ohne demokratische Legitimation und ohne dass dadurch die Schuldenprobleme gelöst werden". Die Volkswirte stützen damit den Kurs der Bundesbank, die eine Ausweitung der Anleihekäufe ablehnt.