Kühne+Nagel Vorstand droht Ermittlungsverfahren in den USA
Fünf Top-Managern des Logistikkonzerns Kühne+Nagel (K+N), darunter auch Vorstandschef Reinhard Lange, droht Ärger mit der US-Justiz. Das deutsch-schweizerische Unternehmen hatte sich nach einer jahrelangen Kartellrechtsauseinandersetzung Anfang dieses Monats endgültig mit den amerikanischen Behörden auf einen 9,9-Millionen- Dollar-Vergleich geeinigt. Hintergrund waren Ermittlungen der US-Justiz gegen mehrere Luftfracht unternehmen wegen unerlaubter Preis absprachen bei Zuschlägen. In dem 26-seitigen Vergleich werden von den Behörden jedoch ausdrücklich Vorstandschef Lange und vier weitere Führungskräfte von dem Verzicht auf eine weitere mögliche Strafverfolgung ausgenommen. Insider vermuten daher, dass die Amerikaner nach diesem sogenannten Carve-out nun gegen Lange und seine Kollegen vorgehen könnten. Laut K+N gibt es bislang aber keine Hinweise auf mögliche Ermittlungsverfahren gegen die Manager. Dass die Führungskräfte von der Immunität ausgenommen wurden, sei eine "grundsätzlich unverhandelbare Bedingung für den Abschluss" des Vergleichs gewesen. Auch ließen sich durch das Carve-out keine "Schlussfolgerungen über ein etwaiges persönliches Fehlverhalten" ableiten. Auch die zur Deutschen Bahn gehörenden Logistiker Schenker und Bax Global waren in den USA wegen der unerlaubten Preisabsprachen zu Geld bußen von 3,5 beziehungsweise 19,7 Millionen Dollar verurteilt worden. Anders als bei Kühne+Nagel sind Führungskräfte der Bahn allerdings durch Vergleiche mit der US-Justiz vor weiterer Strafverfolgung sicher.