Ackermann wehrt sich gegen Justizvorwürfe
Der Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann wehrt sich gegen den Vorwurf der Münchner Staatsanwaltschaft, er habe in der gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem inzwischen verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch vor Gericht gelogen. "Ich schlafe sehr gut, denn ich weiß, dass ich die Wahrheit gesagt habe", sagte Ackermann auf einer Veranstaltung mit leitenden Angestellten der Bank am vergangenen Mittwoch in Frankfurt. Die Staatsanwaltschaft hatte am 8. November Vorstandsbüros der Deutschen Bank durchsucht und ermittelt wegen des Verdachts auf Prozessbetrug gegen Ackermann und andere Deutschbänker. Sie sollen in dem Schadensersatzprozess, den Kirch gegen die Deutsche Bank und ihren früheren Vorstandssprecher Rolf Breuer führt, Aussagen gemacht haben, die im Widerspruch zu einem Vorstandsprotokoll der Bank stehen. Kirch sieht in einem Interview Breuers Anfang 2002 die Ursache für den Zusammenbruch seines Konzerns. Die Deutsche Bank sieht in dem jetzigen Vorgehen der Staatsanwälte einen Justizskandal. Ihre Anwälte halten die Richter des Zivilsenats für befangen. Sie hätten sich in der Bewertung des Falls frühzeitig gegen die Bank festgelegt und sich hinter ihrem Rücken mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt. Ackermanns Ärger über die Justiz ist groß. Vor einer Woche hatte er angekündigt, sich endgültig aus der Deutschen Bank zurückzuziehen. "Wenn es noch Zweifel gegeben hätte, dass meine Entscheidung richtig ist, dann wären sie vergangene Woche ausgeräumt worden", sagte er vor den Mitarbeitern.