Neuer Verdacht in NRW-Müllaffäre - RAG-Kohleschächte könnten mit illegalen Abfällen verfüllt worden sein - DER SPIEGEL
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Neuer Verdacht in NRW-Müllaffäre - RAG-Kohleschächte könnten mit illegalen Abfällen verfüllt worden sein

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Die Affäre um illegale Müllentsorgung des in NRW ansässigen Entsorgungsunternehmens Becker zieht immer weitere Kreise. Wie das Hamburger Nachrichten- Magazin DER SPIEGEL berichtet, könnte die Firma Becker stillgelegte Bergwerksschächte des Kohleunternehmens RAG mit nichtzugelassenen Abfällen befüllt haben. Bei Überprüfungen durch die Konzernrevision war aufgefallen, dass vorgeschriebene Proben bei der Verfüllung von Kohleschächten mit Müll falsch oder unvollständig durchgeführt worden seien, heißt es bei der RAG. Daraufhin hat das Unternehmen bereits vor Wochen eigene Probebohrungen bei von der Firma Becker verfüllten Schächten durchgeführt. Dabei wurde zumindest in einem Fall eine Überschreitung der Grenzwerte für eine krebserregende Chemikalie festgestellt.

Der Verdacht: Bei der Verfüllung der hunderte Meter tiefen Schächte könnten nichterlaubte Abfälle untergemischt und Proben manipuliert worden sein. Die RAG hat eine entsprechende Strafanzeige bei der Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität eingereicht. Die Bochumer Strafverfolger ermitteln schon seit geraumer Zeit gegen den NRW-Entsorger. Die Ermittler vermuten aufgrund diverser anonymer Hinweise, dass Becker auch auf einer ehemaligen Deponie des Stahlkonzerns ThyssenKrupp in Herne Abfälle entsorgt haben könnte, die dort nicht erlaubt waren. Inzwischen vorgenommene Probebohrungen hatten diesen Verdacht erhärtet. Die Anwälte der Firma Becker erklärten auf Anfrage des SPIEGEL, dass die Standfestigkeit der Deponie – anders als in ersten Gutachten vermutet – nicht gefährdet sei. Auch seien keine giftigen Abfälle eingebracht worden. Inzwischen hat sich nach Informationen des SPIEGEL auch das NRW-Umweltministerium eingeschaltet. Die Aufsichtsbehörden vermuten in zwei Schächten des stillgelegten Steinkohlebergwerks Lippe verdächtige Stoffe.