Schüssels spätes Lob für Kohl und Kinkel - DER SPIEGEL
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Schüssels spätes Lob für Kohl und Kinkel

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ist der Auffassung, dass es keine Sanktionen der EU-Mitgliedsstaaten gegen Österreich gäbe, wenn Helmut Kohl noch Bundeskanzler wäre und Klaus Kinkel Außenminister. Das sagte er in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL: "Ich hätte mir mehr Verständnis erwartet. Den Dialog einfach abzubrechen, das ist nicht sinnvoll."

Schüssel baut darauf, dass die Staats- und Regierungschefs der EU auf dem Gipfel am 19. Juni im portugiesischen Feira die diplomatische Kontaktsperre gegen Österreich aufheben. Falls nicht, werde Wien im Herbst eine Volksbefragung über die EU-Sanktionen durchführen. Schüssel hält das "als ein letztes Mittel" für sinnvoll. Denn, so der Kanzler. "Jeder, der befürchtet hatte, in Österreich würden Europas Werte gefährdet, der müsste jetzt eigentlich eines Besseren belehrt sein." (DER SPIEGEL 24/00, Seite 176)