Der in Deutschland geklaute Dienstwagen des ukrainischen Justizministers wurde von seinen Besitzern selbst verschoben
Der in Deutschland gestohlen gemeldete Mercedes Geländewagen, der offenbar vom ukrainischen Justizminister Alexander Lawrinowitsch als Dienstwagen genutzt wird, ist von seinem Besitzer selbst verschoben worden. Das berichtet das Hamburger Nachrichten- Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe. Der schwarze Mercedes GL 420, (Fahrgestellnummer WDC1648281A522903) war ursprünglich auf die Mercedes- Benz Leasing GmbH in Stuttgart zugelassen und diente einer Bauelemente-Firma im Breisgau als Geschäftswagen. Im Januar 2010 wurde das nahezu neue Auto gestohlen gemeldet. Das weckte damals den Argwohn der Polizei. Die stellte fest, dass die beiden Geschäftsführer der Firma im großen Stil geleaste Luxusautos und Sattelschlepper in die Ukraine und nach Russland verschoben haben – eben auch den Mercedes 420 GL. Die beiden Geschäftsführer wurden inzwischen zu Haftstrafen von fünf und neun Jahren verurteilt. Der Mercedes war seinerzeit von ukrainische Behörden an der Grenze konfisziert worden. Statt ihn an die deutschen Behörden zu überführen, soll das Gericht der westukrainischen Stadt Uschgorod den Luxuswagen zum Staatsbesitz erklärt haben. Am 14. April 2011 habe die Verkehrspolizei den Mercedes dann als Eigentum des Justiz ministeriums registriert. Das ist in der Ukraine rechtlich möglich, weil die Regierung schon vor Jahren einen Erlass verfügte, dass der Staat konfiszierte, im Ausland gestohlene Autos verkaufen oder in seinen eigenen Fuhrpark überführen darf. Das gilt selbst dann, wenn die Fahrzeuge auf der Liste von Interpol stehen. Justizminister Lawrinowitsch verstößt demnach nicht gegen ukrainische Gesetze, wenn er das in Deutschland gestohlene Auto fährt.