Oppenheim-Anklage: Christopher von Oppenheim soll Luxus- Wünsche seiner Mutter auf Kosten der Bank erfüllt haben
Aus der Anklage der Staatsanwaltschaft Köln gegen frühere Manager der Privatbank Sal. Oppenheim werden neue Details publik. Sie verstärken den Verdacht, dass persönlich haftende Gesellschafter des Bankhauses für ihre privaten Interessen die Bank ausgenommen und damit zur Fast-Pleite im Jahr 2009 beigetragen haben könnten. Dabei geht es – unter anderem – um eine Villa im Kölner Nobel-Stadtteil Marienburg, die der Bank gehört. Dort wohnt Jeane Freifrau von Oppenheim, die Mutter des ehemals persönlich haftenden Bankgesellschafters Christopher von Oppenheim, der die Nobel-Villa für sie vom Bankhaus gemietet hatte. Laut Anklage wurde das Haus auf Kosten der Bank für knapp 8,4 Millionen Euro luxussaniert. Unter anderem war der Bau von 1923, der über fast 1000 Quadratmeter Wohnfläche verfügt, komplett klimatisiert und im Keller eine Badelandschaft aufwendig erneuert worden. Für derartige Sonderwünsche fielen laut einer Aufstellung 2,4 Millionen Euro an. Der Anklage zufolge gab es eine Vereinbarung, in der Christopher von Oppenheim zugesichert hatte, die Extrawünsche seiner Mutter privat zu bezahlen. Doch dies ist, so die Staatsanwaltschaft, nie geschehen. Die Rechnung für den Wunschzettel der Freifrau übernahm die Bank. Mitgetragen hat dies offenbar auch Christopher von Oppenheim, der auf der einen Seite als persönlich haftender Gesellschafter der Bank stand, auf der anderen Seite als Mieter, der die Villa seiner Mutter zur Nutzung überlassen hatte. Dass er – anders als zunächst zugesagt – die Extrakosten nicht ersetzte, könnte laut Anklage damit zu tun gehabt haben, dass er in jener Zeit selbst einen erhöhten Geldbedarf hatte. Aus den Kreditakten der Bank ergebe sich, dass Christopher von Oppenheim in den Jahren 2007 und 2008 Kredite in einer Gesamthöhe von 40 Millionen Euro aufgenommen habe – für laufende privaten Ausgaben. Eine SPIEGEL-Anfrage zu den Vorwürfen der Anklage ließ Christopher von Oppenheim bis Redaktionsschluss unbeantwortet.