Österreich beschwert sich über unzugängliche NS-Akten in Berlin
Weil im Berliner Bundesarchiv bisher unbekannte Akten aus der NS-Zeit nicht zugänglich sind, hat sich nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL die Historikerkommission der Republik Österreich bei Staatsminister Michael Naumann beschwert. Die Kommission soll bis Ende 2001 Umfang und Verbleib des geraubten Vermögens von österreichischen NS-Opfern rekonstruieren. Im Bundesarchiv liegen über 40 Millionen Blatt Akten aus dem Dritten Reich, die bisher kaum erschlossen wurden und somit nicht benutzbar sind.
Darunter befinden sich Papiere aus Hitlers Reichskanzlei und vom "Persönlichen Stab Reichsführer-SS" Heinrich Himmlers. Das Bundesarchiv hat die Dokumente größtenteils von der Stasi übernommen. Ihre Aufarbeitung würde zusätzliches Personal erfordern, für das fünf Millionen Mark bereitgestellt werden müssten. Die Regierung Kohl hat dem Bundesarchiv die Mittel jahrelang nicht bewilligt. Naumann möchte nun die Österreicher zur Kasse bitten. Angesichts der gemeinsamen Verantwortung für die NS-Verbrechen, so der Staatsminister, soll die Alpenrepublik einen Teil der Kosten übernehmen. (DER SPIEGEL 24/00, Panorama Deutschland)