Verdacht gegen Schweinefleisch-Produzenten
Einer von Deutschlands größten Schweinefleischproduzenten, die Genossenschaft Westfleisch, steht im Verdacht, beim Wiegen von Schweinen gegen Vorschriften verstoßen zu haben. Im Auftrag des Düsseldorfer Verbraucherschutzministeriums wurde am vergangenen Mittwoch die automatische Muskelfleischmessanlage in einem von vier Westfleisch-Schlachthöfen stillgelegt. Zuvor hatten Prüfer des Eichamts bauliche Veränderungen der Anlage in dem Coesfelder Betrieb festgestellt. Die Ultraschallmessung von Muskeln und Fett sei außerdem durch zu viel Wasser in der geeichten Anlage beeinträchtigt worden, hieß es. Pro Schwein hätten die Erzeuger auf diese Weise ein bis zwei Euro weniger bekommen. Der Preis je Tier liege bei 150 Euro. Westfleisch ist der drittgrößte Schweineschlachter Deutschlands und verarbeitet im Jahr fast sieben Millionen Tiere. Der Betrieb bestreitet jede Manipulation; der Wert der Schweine wird jetzt mit Handgeräten ermittelt. Unter den Bauern sorgen die Vorkommnisse für große Unruhe. Landesverbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) hat inzwischen die Staatsanwaltschaft unterrichtet, weitere Betriebe von Westfleisch werden untersucht.