Durchbruch in Taliban-Gesprächen durch Bundesregierung vermittelt - DER SPIEGEL
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Durchbruch in Taliban-Gesprächen durch Bundesregierung vermittelt

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Die Eröffnung eines Büros der Taliban in Katar geht auf die erfolgreiche Vermittlung der Bundesregierung zurück. Den ersten Kontakt ins Umfeld von Tayyeb Agha, dem Unterhändler der Taliban, hatte der Bundesnachrichtendienst (BND) Ende 2009 hergestellt. Seit dem Frühjahr 2010 vermittelten erst der deutsche Afghanistan-Beauftragte Bernd Mützelburg und anschließend sein Nachfolger Michael Steiner zwischen der US-Regierung und dem Islamisten. Das entscheidende Treffen fand Ende November 2010 in München statt. Der BND hatte eine kleine Taliban-Gruppe um Agha mit der Falcon-Dienstmaschine vom Persischen Golf abgeholt und nach München geflogen. Dort trafen die Taliban erstmals auf eine Delegation der amerikanischen Regierung, die aus Diplomaten des State Department sowie aus Geheimdienst- Beamten bestand. Im Mai 2011 fand ein weiteres Treffen in München statt. Auf amerikanischer Seite wurden die Verhandlungen bis zu seinem Tod von Richard Holbrooke koordiniert. Im vergangenen Sommer lieferte Agha ein Lebenszeichen des amerikanischen Soldaten Bowe Bergdahl, der sich in Gefangenschaft der Aufständischen befindet. Seitdem gilt der Unterhändler als glaubwürdig. Die Eröffnung des Büros in Katar soll der Auftakt zu politischen Verhandlungen zwischen der US-Regierung, der afghanischen Regierung und den Taliban sein. Als vertrauensbildende Maßnahme soll vorher Bergdahl gegen fünf Taliban-Funktionäre ausgetauscht werden, die derzeit im US-Gefangenenlager Guantanamo inhaftiert sind. In den bisherigen Gesprächen signalisierten die Taliban, dass sie bereit seien, sich vom Terrornetzwerk al-Qaida zu distanzieren. Das hatte die US-Regierung als Bedingung für ein Friedensabkommen formuliert.