Haniel will erstmals Kontrolleure von außen
Der Duisburger Haniel-Konzern plant weitreichende Strukturveränderungen: Ab 2013 sollen in die beiden Führungsgremien des Familienunternehmens erstmals Mitglieder von außen gewählt werden. Das teilte Mitinhaber Franz M. Haniel den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat vorige Woche in einem Brief mit. Auf der Gesellschafterversammlung Ende April kommen die rund 650 stimmberechtigten Familienmitglieder des weitverzweigten Clans zusammen. Neben dem Aufsichtsrat gilt der "Kleine Kreis" als das zentrale Entscheidungsgremium des mehr als 250 Jahre alten Unternehmens. Bislang waren hier nur Familienmitglieder zugelassen. Die Namen der künftigen externen Mitglieder stehen noch nicht fest. Bei der aktuellen Verjüngungskur rückt erst einmal ein Familienmitglied nach: Jurist Kay Windthorst, der an der Universität Bayreuth über Familienunternehmen forscht. Haniel ist unter anderem Großaktionär beim Düsseldorfer Metro-Konzern und war zuletzt wegen seiner hohen Verschuldung in die Schlagzeilen geraten. Statt wie geplant die Verbindlichkeiten von 2,5 Milliarden Euro um mindestens eine halbe Milliarde zu senken, wird Haniel bis zur Gesellschafterversammlung und Bilanzpräsentation nur rund 160 Millionen Euro Schulden abgebaut haben.