Glaeseker warb Sponsorengelder für Schmidt-Party ein
Anders als von Bundespräsident Christian Wulff behauptet, hat sein ehemaliger Sprecher Olaf Glaeseker offenbar doch Sponsorengelder für die Party-Reihe Nord-Süd-Dialog des Eventmanagers Manfred Schmidt eingeworben. So meldete Glaeseker Mitte November 2009 per E-Mail gegenüber einer Schmidt-Mitarbeiterin Vollzug: Der Ölkonzern Exxon werde sich mit 15.000 Euro beteiligen. Anfang Dezember 2009 notierte dann ein Schmidt-Mann, Glaeseker habe mit dem Energiekonzern RWE eine Zahlung von 25.000 Euro vereinbart. Dafür dürfe der Konzern ein Elektroauto und eine Stromzapfsäule in den Eingangsbereich stellen, und zwar so, dass RWE eine ausreichende mediale Aufmerksamkeit sicher sei. Glaeseker solle auch eventuell bei RWE nochmal nachhaken, damit sich ein RWE-Vorstand bei der Party blicken lasse. "Finanzierung und Einwerbung von Sponsoren sind durch den Gastgeber und Veranstalter erfolgt", hatten hingegen Wulffs Anwälte auf entsprechende Nachfrage mitgeteilt.
Zudem war Glaeseker, gegen den die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt, offenbar weitaus häufiger zu Gast in Schmidts Ferienimmobilien in Südfrankreich und Spanien als bisher bekannt. Enge Bekannte Schmidts sprachen gegenüber dem SPIEGEL von etwa zwei Aufenthalten pro Jahr. Zudem soll Glaeseker in den vergangenen Jahren rund ein Dutzend Mal auf Vermittlung von Schmidt kostenlos mit Air Berlin geflogen sein. Schmidt hatte nach vorliegenden Unterlagen die Möglichkeit, Flüge zu buchen, die ihn nichts kosteten. Keiner der Beteiligten wollte sich zu den Vorgängen äußern. Auch der Bundespräsident verweigert mit Hinweis auf das laufende Glaeseker-Verfahren eine Stellungnahme.