Verbraucherschützer prangern Kinderlebensmittel an - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Verbraucherschützer prangern Kinderlebensmittel an

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) kritisiert nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL die wachsende Zahl von sogenannten Kinderlebensmitteln. Die Industrie habe vor allem die Zielgruppe der Kleinkinder im Alter bis zu drei Jahren für ihre Produkte entdeckt, heißt es in einer Studie, die Mitte kommender Woche veröffentlicht werden soll und dem SPIEGEL exklusiv vorliegt. "Nachdem niedrige Geburtenraten zu Umsatzeinbußen im Bereich der Babynahrung führten, sorgen nun hohe Wachstumsraten bei Kindermilch und Beikostprodukten für die Trendwende", heißt es in dem Bericht der Verbraucherschützer.

"Kleinkinder brauchen keine Extrawurst", kritisiert Gerd Billen, Chef des VZBV. "Es ist doch absurd, dass Kinder den Himbeergeschmack nicht mehr durch echte Himbeeren kennenlernen, sondern nur noch durch Aromen." Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kommt laut SPIEGEL zu dem klaren Schluss: "Kinderlebensmittel sind schlicht überflüssig."

Billen fordert die Lebensmittelindustrie deshalb auf, künftig auf die Werbung durch bunte Figuren, Comic-Spiele und ähnliche Beigaben zu verzichten. "Lebensmittel ist Lebensmittel, Spielzeug ist Spielzeug", sagte er dem SPIEGEL.