Elitetruppen der GSG 9 sind auf dem Weg nach Äthiopien
Ein Vorauskommando mit zwei Spezialisten der Elitetruppe GSG 9 ist in der vergangenen Woche in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba gereist. Es soll bei der Suche nach zwei entführten Deutschen und zwei Äthiopiern im Grenzgebiet zu Eritrea helfen und eine mögliche Befreiung erkunden. Bei dem Überfall auf zwei Reisegruppen in der Danakil-Wüste waren in der Nacht auf Dienstag fünf Menschen, darunter zwei Deutsche, erschossen worden; vier Männer wurden entführt. Die Geiselnehmer waren nachts in mehrere Steinhütten eingedrungen und hatten die Touristen im Schlaf überrascht. Rätselhaft ist, warum fünf der Urlauber vor Ort erschossen wurden. Einige Überlebende ließen die Täter, die angeblich der Volksgruppe der Afar angehören, später frei. Unklar war bis Ende vergangener Woche auch, ob hinter der Entführung politische oder kriminelle Motive stecken. Die Regierung in Addis Abeba beschuldigte die Regierung in Eritrea, die Täter unterstützt zu haben. Bis zum Freitagabend hatten die deutsche Botschaft und zwei eingeflogene Experten des Bundeskriminalamts noch keinen Kontakt zu den Geiselnehmern. Die überlebenden Deutschen aus der Reisegruppe sind inzwischen in ihre Heimat zurückgekehrt. Die deutschen Behörden haben ein Ermittlungsverfahren gegen die mutmaßlichen Mörder der beiden erschossenen Deutschen eingeleitet.