Honeckers Eheleben im Visier des BND
Erich Honecker, 1994 verstorbener SED-Diktator, soll unter seinem Eheleben mit DDR-Volksbildungsministerin Margot, 84, ziemlich gelitten haben. So ließ er 1981 für seine Gattin eilig eine Einladung aus Jugoslawien organisieren, als ein Staatsbesuch in Japan anstand. Die Folge: Er flog nach Tokio, sie nach Belgrad. Und Ehemann Honecker hatte seine Ruhe. Dies ist zumindest die Version des Bundesnachrichtendienstes (BND), der nun einige Honecker-Akten zugänglich gemacht hat. Offenkundig interessierten sich die westdeutschen Geheimen intensiv für das Privatleben des langjährigen DDR-Chefs, den sie vertraulich "Honi" nannten. Selbst höchst Banales schien erwähnenswert: Im Januar 1978 berichtete ein BND-Mann, der Einheitssozialist habe seinem Enkel zu Weihnachten versehentlich zwei linke Skischuhe geschenkt. Auch die Suche des SED-Generalsekretärs nach einem Hund stieß auf Interesse. Meldung vom 2. Dezember 1981: "In der ganzen Republik Ausschau nach Jagdhund für Honecker, mehrere Fehlversuche. Fündig im Bezirk Erfurt: Kurzhaarrüde, dreieinhalb Jahre." Die Ehe der Honeckers war nach BND-Erkenntnissen zu diesem Zeitpunkt bereits zerrüttet und wurde nur "aus Gründen der Partei- und Staatsräson aufrechterhalten". Pullachs Informanten sagten ihm ein Verhältnis mit seiner Internistin nach; über Margot spekulierte der Dienst, sie sei möglicherweise mit DDR-Wirtschaftschef Günter Mittag liiert. Für die Honecker-Experten im BND war eine solche Entwicklung keine Überraschung. Nach ihren Erkenntnissen hatte Erich seine Margot 1953 auf Druck des Politbüros heiraten müssen - damit "seine häufigen Affären mit jungen Mädchen ein Ende" fanden. Zumindest ein BND-Mann scheint für die damalige Damenwahl Honeckers Verständnis gehabt zu haben. Margot Honecker, notierte er 1979, sei früher "eigentlich ganz hübsch" gewesen.