Landesbank Baden-Württemberg prüft dubioses Millionengeschäft
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) prüft nach Informationen des SPIEGEL einen Fall von möglicher Korruption im Zusammenhang mit einem Immobilienprojekt in Moskau. Im Jahr 2008 hatte die Bank unter dem damaligen Vorstandschef Siegfried Jaschinski für gut 100 Millionen Euro ein Gebäude in der russischen Hauptstadt gekauft, um es unter dem Namen German Centre Moscow zu einem Bürostandort für deutsche Firmen zu entwickeln. 30 Millionen Euro des Kaufpreises flossen für die Übernahme einer zypriotischen Projektgesellschaft an eine Firma namens "Jacintha" Ltd. mit Sitz im Offshore Paradies British Virgin Islands. Bis heute weiß man bei der LBBW nicht, wer hinter dieser Firma steckt und wofür das Geld floss. Jetzt drängt die Stuttgarter Landesregierung auf eine Aufklärung des Falls. Am 23. Februar will Bankchef Hans-Jörg Vetter dem Aufsichtsrat einen Bericht der Anwaltskanzlei White & Case vorlegen, die den Vorgang seit 2010 untersucht. Die LBBW will 120 Mieter für das German Center Moskau gewinnen, bisher sind es nur 16. Der frühere Ministerpräsident Günther Oettinger hatte das Projekt bei der Eröffnung 2009 als "Erfolgsmodell deutscher Außenwirtschaftspolitik" gepriesen.