SPIEGEL Ex-Flick-Manager von Brauchitsch belastet Helmut Kohl
Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl kommt zwei Wochen vor seiner Vernehmung durch die Parteispenden-Untersuchungsausschuss erneut in Schwierigkeiten. Nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL belastet Kohl eine Aussage des früheren Flick-Managers Eberhard von Brauchitsch vor dem Untersuchungsausschuss. Die Angaben des früher für Spenden zuständigen Managers des Flick-Konzerns in der Ausschuss-Sitzung am Donnerstag vor Pfingsten lassen den Schluss zu, dass Kohl als Kanzler 1984 den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Flick-Spendenaffäre belogen hat.
In mehreren Punkten widersprach von Brauchitsch jetzt Zeugenaussagen des Kanzlers von 1984. Laut von Brauchitsch habe Kohl damals Flick-Spenden "an der Schatzmeisterei vorbei" direkt für "parteiinterne Aufgaben" verwandt. Kohl hatte dagegen 1984 ausgesagt, er habe alle Spenden korrekt an die CDU-Schatzmeisterei weiter geleitet. Außerdem, so von Brauchitsch vor dem Ausschuss, habe Kohl, wie auch andere Politiker, Bargeld-Spenden bevorzugt "weil sie nicht alles in den Gesamtapparat der Partei einspeisen wollten". Kohl hatte dagegen damals behauptet, von Brauchitsch habe "aus seinen Gründen den Weg gewählt, diese Spenden bar zu überbringen". Auf Anfrage des SPIEGELS erklärte Kohl zu den Vorwürfen, er werde sich vor dem Untersuchungsausschuss ausführlich äußern, allerdings, so Kohl, nur "zum Untersuchungsauftrag".