Kriminelle Jugendliche mit christlichem Glauben sind rückfallgefährdeter als ihre muslimischen Altersgenossen
Kriminelle Jugendliche mit christlichem Glauben sind nach einem Gefängnisaufenthalt eher rückfallgefährdet als ihre muslimischen Alters- und Zellengenossen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler nach einer Auswertung von Daten rheinland-pfälzischer Strafvollzugsentlassenen aus den Jahren 1996 bis 2000. Die Untersuchung umfasst 400 männliche Straftäter. Knapp 80 Prozent von ihnen wurden vier Jahre nach Strafverbüßung rückfällig, was etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht. Darunter waren Katholiken (78,8 Prozent) und Protestanten (88,8 Prozent) deutlich stärker vertreten als Muslime (64,1 Prozent). Zu erneuten Freiheitsstrafen wurden ebenfalls mehr Christen verurteilt als Muslime. Als Ursache sehen die Autoren Stefan Giebel und Martin Rainer das soziale Milieu, in dem die Täter aufwuchsen. So stammten die Jugendlichen christlichen Glaubens oft aus zerrütteten Familien und hätten häufiger Heimwechsel hinter sich als muslimische Altersgenossen, die oft auch nach Strafverbüßung wieder von ihren Familien aufgenommen würden.