Präsident des Bundesarchivs fordert strengeres Vorgehen gegen Aktenklau durch Politiker
Behörden und Ministerien sollten verhindern, dass Politiker und Beamte nach ihrem Ausscheiden offizielle Akten in privaten Besitz nehmen. Das hat der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann, gefordert. "Derartige Unterlagen gehören, solange sie gebraucht werden, in die jeweilige Behörde und danach – wenn sie es wert sind – ins Bundesarchiv", so Hollmann. Es gebe einen Rechtsanspruch, Regierungsdokumente dort einsehen zu können. Derzeit seien Wissenschaftler oder Journalisten, die sich für Unterlagen im Privatbesitz interessieren, auf den guten Willen von Betroffenen oder von deren Nachlassverwalter angewiesen. Das Bundesarchiv selbst kann dies nicht ändern: Das Verwaltungsgericht Koblenz hat vergangene Woche entschieden, das Archiv habe keinen Anspruch auf die Herausgabe von amtlichen Unterlagen aus privater Hand. Hollmann fordert nun, die jeweils zuständige Behörde solle dafür sorgen, dass ihre entwendeten Akten ins Bundesarchiv kommen.