BND blamierte sich im Fall Guillaume - DER SPIEGEL
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BND blamierte sich im Fall Guillaume

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Günter Guillaume, persönlicher Referent von Kanzler Willy Brandt und zugleich DDR-Spion, genoss vor seiner Enttarnung 1974 die Wertschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND). Das geht aus BND-Unterlagen im Bundesarchiv Koblenz hervor. Zwei BND-Leute gehörten zu dem Team, das Brandt und Guillaume im Juli 1973 in den Urlaub nach Norwegen begleitete. Anschließend notierten sie, die Zusammenarbeit "speziell mit Herrn Guillaume" sei "sehr gut" gewesen. Die BND-Leute entschlüsselten geheime Fernschreiben für den Kanzler, die Guillaume bei ihnen abholte. Weil Guillaume kein Englisch sprach, halfen ihm die BND-Leute beim und Abwickeln der Telefonate. Ihrem Bericht zufolge "äußerte sich Herr Guillaume ob dieser Hilfestellung dankbar und sehr anerkennend". Die BND-Männer lobten ihrerseits, dass Guillaume sie darin unterstützt habe, Journalisten von den geheimen Chiffriergeräten fernzuhalten. Nach der Rückkehr wollte ein BND-Mitarbeiter festschreiben, dass bei Reisen künftig nur der mitreisende persönliche Referent des Kanzlers den Raum mit den Geräten betreten dürfe. Guillaumes Anwesenheit in Norwegen trug maßgeblich zum Rücktritt Brandts im Mai 1974 bei. Nur dort hatte er nachweislich Zugang zu geheimen Dokumenten.