NSU-Unterstützer Holger G. sagt aus und fordert Kronzeugenregelung - DER SPIEGEL
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NSU-Unterstützer Holger G. sagt aus und fordert Kronzeugenregelung

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Die Aussagen eines mutmaßlichen Unterstützers des Zwickauer Trios haben die Ermittlungen gegen die Rechtsterroristen vorangebracht. Der im November festgenommene Holger G. berichtete in seinen Vernehmungen über die Herkunft mehrerer Waffen und über seine Besuche bei Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe im "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU).

Wiederholt sei G. in die Zwickauer Polenzstraße gefahren, wo ihm Mundlos 2002 oder 2003 stolz eine Pumpgun gezeigt habe. Die Waffe soll Mundlos über einen Zwickauer Laden für Computerspiele besorgt haben. Eine Pistole, die G. dem Terrortrio im Auftrag des ebenfalls inhaftierten früheren NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben gebracht habe, sei aus dem Jenaer Szeneladen "Madley". Das habe ihm Wohlleben seinerzeit berichtet. Bis zum Jahr 2004 habe G. das Trio zu Kurzurlauben auf Campingplätzen getroffen. Man habe gemeinsam Doppelkopf gespielt und Bier getrunken. Zu diesem Zeitpunkt hatten Mundlos und Böhnhardt schon mindestens fünf Morde begangen. Aufgrund der umfangreichen Aussagen von G. fordert sein Rechtsanwalt Stefan Hachmeister die Anwendung der Kronzeugenreglung für seinen Mandaten. Eine Vereinbarung mit der Bundesanwaltschaft gibt es bislang aber nicht. Stattdessen ließen die Ermittler den Haftbefehl gegen G. wegen der transportierten Waffe um den Tatbestand "Beihilfe zum Mord" erweitern.