Zwei Staatsanwaltschaften ermitteln gegen neuen Ferrostaal-Chef - DER SPIEGEL
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Zwei Staatsanwaltschaften ermitteln gegen neuen Ferrostaal-Chef

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Die korruptionsbelastete Ferrostaal AG holt sich mit der Neubesetzung des Chefpostens erneut Ärger ins Haus. Gegen den künftigen Vorstand Klaus Lesker ermitteln gleich zwei Staatsanwaltschaften wegen des Verdachts auf Korruptions- und Vermögensdelikte. Beide Verfahren stammen aus der Zeit, als Lesker schon einmal im Vorstand der Ferrostaal AG saß. Im Jahr 2010 trennte sich das Unternehmen von Lesker, nachdem er in der Ferrostaal-Korruptionsaffäre in Untersuchungshaft gesessen hatte. Mit der Übernahme der Essener Firma durch den Hamburger Investor MPC Industries GmbH kehrt Lesker nun zurück. Die Essener Staatsanwaltschaft interessiert sich für seine mögliche Verwicklungen in ein Indonesien-Geschäft. Dabei landeten 5,4 Millionen Dollar, die Ferrostaal und zwei Partnern zugestanden hätten, bei einer Briefkastenfirma. Der weitere Verbleib des Geldes ist unbekannt. Laut einem internen Untersuchungsbericht liegt der Verdacht nahe, dass sich Ferrostaal-Mitarbeiter und örtliche Politiker das Geld geteilt haben. Dem Bericht zufolge soll Lesker von den verdächtigen Vorgängen gewusst haben: "Das für Indonesien zuständige frühere Vorstandsmitglied war klar und direkt daran beteiligt." Die Staatsanwaltschaft München ermittelt dagegen weiter wegen des Verdachts der Bestechung im geschäftlichen Verkehr gegen Lesker. Er soll noch von weiteren dubiosen Zahlungen gewusst haben. Der Manager erklärt: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Zu dieser Ansicht wird auch die Staatsanwaltschaft kommen". MPC-Gesellschafter John Benjamin Schroeder lobt Lesker als "integre Persönlichkeit".