Reparatur von Haarrissen beim A380 dauert noch Jahre
Die Reparatur von Haarrissen beim Airbus A380 ist aufwendiger und teurer als bislang bekannt: "Uns wird das ganze Problem noch auf Jahre beschäftigen", sagte der Programmchef von Airbus, Tom Williams, dem SPIEGEL. Bis zum April wollen die Ingenieure des europäischen Luftfahrtkonzerns eine Lösung zum Ersatz von brüchigen Klammern an den Flügeln des A380 präsentieren. Sie wird vermutlich eine stabilere Aluminium legierung beinhalten. Noch in diesem Jahr, so sagte Williams dem Nachrichten-Magazin, werde mit dem Austausch der betroffenen Teile in bereits fliegenden Maschinen und dem Einsatz des Ersatzteils in neuproduzierten Flügeln begonnen. Die A380-Exemplare, die in den nächsten Monaten ausgeliefert werden, enthalten noch die Bauteile mit dem Materialfehler. Sie müssen in den kommenden Jahren repariert werden. Techniker der australischen Fluggesellschaft Qantas gehen nach SPIEGEL-Informationen von einer Reparaturzeit von zwei Wochen aus. Airbus wollte dazu keine Stellung nehmen. Die Kosten für den Austausch der defekten Teile und mögliche Schadenersatzforderungen von Kunden könnten sich nach SPIEGEL-Informationen auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen. Nachdem die Fluglinie Emirates für den Ausfall ihrer Maschinen bereits Kompensation fordert, soll sich, wie das Nachrichten-Magazin erfuhr, auch Singapore Airlines mit Airbus in geheimen Verhandlungen darüber befinden. Konkurrent Qantas teilte dem SPIEGEL auf Anfrage mit: "Qantas hat keine Pläne, von Airbus Kompensation zu fordern."