Bundesregierung bremst Versuche, den Rohstoffsektor transparenter zu machen - DER SPIEGEL
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Bundesregierung bremst Versuche, den Rohstoffsektor transparenter zu machen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Bundesregierung bremst in Brüssel Versuche, den milliardenschweren Weltmarkt für Rohstoffe transparenter zu machen. Die EU-Kommission will Rohstoffkonzerne aus Branchen wie der Öl-, Gas- oder Diamantenwirtschaft mit einer Richtlinie zwingen, ihre Geldflüsse an Exportländer detailliert offenzulegen. Auf diese Weise soll klarwerden, wie viel Rohstoffmultis etwa für einzelne Konzessionen bezahlen, Korruption würde somit erschwert. Deutschland spricht sich dagegen aus, dass die Konzerne ihre Zahlungen an Exportländer für jedes Projekt konkret mitteilen müssen. Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, muss die Rohstoffindustrie nur Zahlungen an Entwicklungsländer offenlegen – die Zuwendungen an EU-Länder, in denen Rohstoffe gefördert werden, dürfen im Dunkeln bleiben. "Es ist höchst bedenklich, dass die Bundesregierung eine vollständige Offenlegung verhindern will", sagt Christian Humborg, Geschäftsführer von Transparency International Deutschland.