E.on-Kraftwerk Datteln offenbar vor dem endgültigen Aus
Das milliardenteure E.on-Kohlekraftwerk in Datteln steht offenbar vor dem endgültigen Aus. Seit über zwei Jahren ruhen die Baumaßnahmen wegen einer gerichtlichen Anordnung; E.on hatte gegen Planungs- und Baurecht verstoßen. Nun fällt auch noch die wohl wichtigste Begründung für das Kraftwerk weg. Der Düsseldorfer Stromriese hatte in der Vergangenheit argumentiert, dass Datteln speziellen Strom für die Deutsche Bahn AG liefere und die Versorgungssicherheit des Zugverkehrs ohne das Kraftwerk gefährdet sei. Wie aus Unterlagen des nordrhein-westfälischen Wirtschafts ministeriums hervorgeht, scheint dieses Problem jedoch weitaus geringer, als bislang angenommen. So hat der E.on-Konkurrent Steag in einem Schreiben an das Ministerium angeboten, die mögliche Versorgungslücke kurzfristig mit eigenen Kraftwerks leistungen aus der näheren Umgebung schließen zu können. Die aufwendige Technik zur Einspeisung in das eigenständige Hochspannungsstromnetz der Bahn, heißt es in dem Steag-Schreiben, könne entweder aus Datteln übernommen oder kurzfristig beschafft werden. Genügend Kapazitäten stünden zur Verfügung. Das E.on-Kohlekraftwerk in Datteln gehört zu den modernsten Meilern Europas. Bis zum Baustopp im September 2009 hatte der Konzern bereits rund 1,2 Milliarden Euro investiert.