EU-Studie empfiehlt Zwangsabgabe auf Plastiktüten - DER SPIEGEL
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EU-Studie empfiehlt Zwangsabgabe auf Plastiktüten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Idee der EU-Kommission, Plastiktüten europaweit zu verbieten, hat einen Rückschlag erlitten. Eine interne Studie der Brüsseler Behörde kommt zu dem Ergebnis, dass Verbote sich zwar positiv auf den Umweltschutz auswirken würden, wohl aber "schwierige juristische Fragen aufwerfen". Tragetaschen aus Plastik europaweit zu verbannen, stehe im Konflikt mit den Regeln des EU-Binnenmarkts und dem internationalen Handelsrecht, heißt es in dem 133-seitigen Gutachten. Auch ein nationales Verbot einzelner Mitgliedstaaten sei nicht mit EU-Recht vereinbar, weil es "eine ungesetzliche Verzerrung des Markts" darstelle. Zudem würde ein Verbot viele der rund 275 Produzenten von Plastiktüten mit ihren etwa 17.500 Beschäftigten in ihrer Existenz gefährden. Stattdessen sprechen sich die Autoren der Studie dafür aus, die unentgeltliche Abgabe der Tüten zu verbieten. Der Preis sollte so hoch sein, dass er die Arbeits- und Umweltkosten trägt. Zudem müsse er immer wieder erhöht werden, damit sich die Verbraucher nicht daran gewöhnten. Die Umweltexperten schlagen vor, ein europaweites Ziel zur Reduzierung von Plastiktüten festzulegen – ähnlich wie bei der Absenkung des Kohlendioxidaus stoßes. So soll im Jahr 2020 jeder EU- Bürger im Durchschnitt nur noch 39 Plastiktüten im Jahr verbrauchen, das wären 80 Prozent weniger als 2010.