Angela Merkel sucht Annäherung an Kohl - DER SPIEGEL
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Angela Merkel sucht Annäherung an Kohl

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Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel will sich mit Altkanzler Helmut Kohl aussöhnen. Seit ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden habe sie Kohl zwar weder persönlich aufgesucht noch angerufen, sagte Merkel in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, er habe ihr aber Hilfe und Unterstützung angeboten. "Ich denke, dass ich sie auch irgendwann in Anspruch nehmen werde", erklärte Merkel. Ihr persönliches Verhältnis zu Kohl bezeichnete sie als "gelassen" und "entspannt".

Mit wachsendem Abstand zur "Hauptphase" der Spendenaffäre werde "die Gewichtung zwischen der politischen Leistung Helmut Kohls und seinen Fehlern richtiger", so Merkel weiter. Sie etwa wünsche sich, dass Kohls Verdienste beim 10. Jahrestag der Einheit am 3. Oktober gewürdigt werden.

Die Entscheidung über Regressansprüche der Partei gegenüber Kohl ist nach Merkels Worten weiter offen. "Der Essener Parteitag hat den Bundesvorstand ermächtigt, über Regressforderungen abschließend zu entscheiden." Die Frage stelle sich, "wenn die Strafe feststeht." Merkel sagte weiter, sie rechne nicht damit, dass die Vernehmung Kohls vor dem Untersuchungsausschuss in der kommenden Woche zu weiteren Erschütterungen der CDU führen werde.

Kohls Sprecher Michael Roik erklärte indessen, der Altkanzler werde "mit Sicherheit" künftig wieder an Fraktionssitzungen der CDU/CSU teilnehmen. Lediglich aus Termingründen sei dies seit der Spendenaffäre unterblieben. Fraktionssprecher Thomas Raabe dazu: "Helmut Kohl ist Mitglied der Fraktion und als solches jederzeit herzlich willkommen." (DER SPIEGEL 26/00, Seite 46)