Telekom übernimmt britischen Internet-Anbieter Freeserve
Die Deutsche Telekom AG übernimmt den britischen Internet-Anbieter Freeserve. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der kommenden Ausgabe berichtet, wird der Deal in den nächsten Tagen offiziell besiegelt. Mit dem Kauf des größten britischen Internet-Anbieters, so DER SPIEGEL, will die Telekom die internationale Posi-tion ihrer Internet-Tochter T-Online stärken, die bisher fast ausschließlich auf den deutschen Markt beschränkt ist.
Eine Fusion mit der spanischen Telefónica ist dagegen in letzter Minute geplatzt, weil keine Einigung über den Standort der Konzernzentrale erzielt werden konnte. Die Telekom lehnte Madrid ab, die Telefónica wollte nicht nach Bonn ziehen. Auch dem deutschen Kompromissvorschlag, die Holding des fusionierten Unternehmens in Amsterdam anzusiedeln, wollte Telefónica-Chef Juan Villalonga nicht zustimmen.
Eine Rückfallposition, so DER SPIEGEL, habe sich die Telekom inzwischen bei der Telecom Italia aufgebaut, mit der eine Fusion vor knapp einem Jahr gescheitert war. Zwar würde eine Übernahme wahrscheinlich auch jetzt an nationalen Ressentiments scheitern; die Möglichkeit, beide Firmen über die Gründung einer völlig neuen Gesell-schaft zusammenzuführen, stünde aber "jederzeit offen", zitiert das Blatt einen hochrangigen Telekom-Manager.
Ihr Hauptaugenmerk richteten die Bonner zur Zeit jedoch auf dem US-Markt. Dort habe die Telekom "vier bis fünf aussichtsreiche Bälle in der Luft". Fusionsverhandlungen mit dem britischen Konkurrenten BT gebe es entgegen allen Spekulationen aber "definitiv nicht". (DER SPIEGEL 26/00, Seite 92)