Beute aus dem Fall Düe wurde in einem ehemaligen Geschäft der Familie gefunden
Der spektakuläre Kriminalfall um den Hannoveraner Juwelier René Düe nimmt eine verblüffende Wendung. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL berichtet, stammen die knapp elf Kilogramm Schmuck, die in der vergangenen Woche bei einer Polizeidienststelle in Hannover abgegeben wurden, aus einem ehemaligen Geschäft der Familie Düe.
Im Oktober 1981 war der Juwelier Düe in seinem Geschäft in Hannover von Unbekannten niedergeschlagen worden, es verschwanden Schmuckstücke im Wert von mehr als 13 Millionen Mark. Dües Versicherung und die Ermittler glaubten, der Juwelier habe den Überfall fingiert, der prominente Privatdetektiv Werner Mauss wurde eingeschaltet. Seine Ermittlungsergebnisse sorgten dafür, dass Düe in erster Instanz schuldig gesprochen wurde. Doch in einem Wiederaufnahmeverfahren kippte das Landgericht Braunschweig die Entscheidung und sprach Düe frei. In einem parlamen-tarischen Untersuchungsausschuss wurden Mauss´ Ermittlungsmethoden anschließend zum Politskandal. Der Schmuck blieb größtenteils verschollen.
Wie DER SPIEGEL schreibt, fanden Handwerker einen Teil davon, verpackt in elf Versandschattullen, am Dienstag vorvergangener Woche bei Umbauarbeiten in der Decke eines kleinen Juwelierladens am Ballhof in Hannover. Das Geschäft betrieb einst der inzwischen verstorbene Friedrich Düe, Vater von René Düe. Dessen Nachfolger schalteten nun den Hildesheimer Anwalt Martin Fett ein, da ihnen klar war, dass der Schatz aus der Düe-Beute stammen müsse. Fett lieferte den Fund bei der Polizei ab.
René Düe bestritt gegenüber dem SPIEGEL, irgendetwas mit dem Überfall zu tun zu haben. Düe gilt als unschuldig, strafrechtlich hat er nichts zu befürchten, weil er rechtskräftig freigesprochen wurde und der Fall zudem verjährt ist. (DER SPIEGEL 26/00, Seite 71)