Trittin läßt nach Endlager-Alternativen suchen
Eine Expertengruppe aus Geologen, Physikern und Umweltschützern soll im Auftrag von Bundesumweltminister Jürgen Trittin bundesweit nach Alternativstandorten für das umstrittene Endlager im niedersächsischen Gorleben suchen. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe. Grundlage der Untersuchung im "Auswahlverfahren Endlagerstandorte" sind Berichte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover. Diese hatte bereits unter Trittins Vorgängerin Angela Merkel knapp 70 Salz- und andere Gesteinsformationen in Deutschland auf ihre Eignung für ein Atom-Endlager überprüft.
Die Studie stuft vier so genannte Salzstrukturen als "potenziell untersuchungswürdig" ein: in Zwischenahn und Wahn (Niedersachsen), in Gülze-Sumte (Mecklenburg-Vorpommern/ Niedersachsen) sowie in Waddekath (Sachsen-Anhalt). Als "besonders untersuchungswürdige" Gesteinsformationen für ein Endlager nennt der Bericht Granitvorkommen im Fichtelgebirge, im Oberpfälzer Wald, in Saldenburg (Bayerischer Wald), im Vogtländischen Schiefergebirge bei Kirchberg, in der Oberlausitz sowie in der "Halle-Wittenberger Scholle" zwischen Torgau und Wittenberg.
Umweltminister Trittin betonte vergangene Woche, der Arbeitskreis Endlager werde vor einer Festlegung auf ein neues Endlager zunächst einen Kriterien-Katalog erstellen, um anschließend entsprechende Standorte zu untersuchen. Trittin: "Wir werden nicht, wie in Gorleben, erst buddeln und dann prüfen." (DER SPIEGEL 26/00, Pan-orama Deutschland)