Neue Zweifel an Kochs Glaubwürdigkeit - DER SPIEGEL
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Neue Zweifel an Kochs Glaubwürdigkeit

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An der Version des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch über sein Wissen um dubiose Finanzpraktiken der CDU gibt es nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL neue Zweifel. Ermittler stießen jetzt auf einen internen "Zwischenbericht" vom 14. April 1999, den die Kanzlei Weyrauch und Kapp im Auftrag der Hessen-CDU erstellt hatte. Damals amtierte Koch nicht nur als Landesparteichef, sondern auch schon als Ministerpräsident. Die Kanzlei von Horst Weyrauch, die "auftragsgemäß unter strikter Vermeidung von Öffentlichkeit" recherchiert hatte, gibt dabei den Stand in einem brisanten Kapitel der Affäre wieder. Im Mittelpunkt stand der frühere stellvertretende Landesgeschäftsführer, Franz-Josef Reischmann, der von Ja-nuar 1988 bis August 1992 mehr als 2,2 Millionen Mark aus Kassen der Partei und der CDU-Landtagsfraktion veruntreut hatte. Reischmann zählte, wie er kürzlich vor dem Berliner Untersuchungsausschuss zugab, zu den Mitwissern der geheimen Konten der hessischen CDU in der Schweiz.

Koch hatte mehrmals erklärt, er habe von der Veruntreuung Reischmanns nichts Genaues gewusst; Manfred Kanther, sein Vorgänger im Landesvorsitz, habe den Fall konspirativ behandelt. Die Existenz des bisher verschwiegenen Berichts legt das Gegenteil nahe. Sollte Koch doch von der Reischmann-Affäre gewusst haben, wäre das insofern brisant, als die CDU den durch den Betrug entstandenen Millionenverlust nicht angezeigt hatte. Da die Partei von Reischmann selbst nur 560910 Mark zurückholte, drängt sich der Verdacht auf, dass der verbleibende Fehlbetrag von rund 1,7 Millionen Mark aus schwarzen CDU-Kassen beglichen wurde. Koch wollte sich vorige Woche dazu nicht äußern. (DER SPIEGEL 26/00, Panorama Deutschland)